Party-Shots neben der Kasse – na ja…

Verführerisch stapeln sich handliche Spirituosen-Fläschchen im Supermarkt neben der Kasse. Immer wieder begegnet man Alkohol beim Anstehen im Laden. Das ist schwer bedenklich! Denn was harmlos zwischen Alltagsprodukten platziert wird, verleitet speziell Jugendliche und Menschen mit risikoreichem Alkoholkonsum, aber letztlich alle Kundinnen und Kunden zum Alkohol trinken.

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Spirituosen im Kassenbereich einer Denner-Filiale. Bild: Jugendschutz Schweiz.

Häufig wird im Supermarkt nahe der Kasse Alkohol angeboten. Besonders in Bahnhöfen und vielfach dort, wo Passantinnen und Passanten schnell ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Meist handelt es sich um 20- bis 40-Prozentiges in kleinen Portionen. Das Brisante daran: Ware in Kassennähe wird auch Impulsware genannt. Sie soll sogenannte Spontankäufe auslösen – ein Kaufverhalten, bei dem impulsiv, scheinbar unüberlegt zugegriffen wird. Konsequenzen und Kosten werden hierbei von Kundinnen und Kunden ausgeblendet. Was mit Schokoriegeln und Kaugummis wunderbar funktioniert, soll auch mit Vodka oder Party-Shots erreicht werden.

Zielgruppe sind beispielsweise junge Menschen vor oder während dem Ausgang. Der Shot zum Mitnehmen kann als Einladung zum Vorglühen verstanden werden. Nicht selten sind im Sommer auch Halbliter-Bierdosen bei der Warteschlange platziert – für Preise weit unter einem Franken, versteht sich. Jugendliche und junge Erwachsene werden so zum Saufen animiert. Denn neben dem Preis und der Werbung ist auch die Verfügbarkeit ein entscheidender Faktor dafür, wieviel und wie häufig Alkohol konsumiert wird.

Wie aggressiv und gezielt manche Läden in Kassennähe ihre Produkte anbieten, zeigt die Diskussion um die sogenannte «Quengelzone». Wenn Kinder lange an der Kasse anstehen müssen, wird das Verlangen nach der dort angebotenen Ware immer grösser und viele Eltern werden massiv unter Druck gesetzt («Pester Power»). Bei Spirituosen wird mit derselben verkaufspsychologischen Methode Druck auf Menschen ausgeübt, die Alkohol meiden sollten.

Ausgesprochen problematisch sind solche Angebote namentlich für Menschen mit einer akuten oder ehemaligen Alkoholabhängigkeit. Bier- und Wein-Regale können vielleicht noch mit grosser Willensanstrengung gemieden werden. Aber bei der Kasse gibt es kein Vorbeikommen.
Eine Verkaufsstrategie, die auf diese Weise den Gewinn optimiert, wirft Fragen auf.

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Alkoholfreies Bier: Eine echte Alternative?

Alkoholfreies Bier wird immer populärer. Fast jeder Bierbrauer hat mittlerweile eine «alkoholfreie» Variante im Sortiment. Dies ist gerade für Jugendliche und junge Erwachsene eine echte Alternative zum herkömmlichen Bier. Und trotzdem nicht vollkommen unbedenklich!

In der Schweiz darf ein Getränk mit bis zu 0,5Vol.-% Alkoholgehalt als «alkoholfrei» deklariert und verkauft werden. So regelt es die Verordnung des EDI über Getränke1. Der genaue Alkoholanteil muss sogar erst bei 1,5Vol.-% angegeben werden und dieser darf dann noch um bis zu 0,5Vol.-% schwanken.

Beim Brauen von «alkoholfreiem» Bier wird die 0,5Vol.-% Grenze durch einen vorzeitigen Gärungsstopp oder durch ein nachträgliches Entziehen des Alkohols erreicht. Manchmal werden auch beide Varianten kombiniert.

Feldschlösschen AlkoholfreiWerbung für «Feldschlösschen Alkoholfrei» (die roten Striche wurden durch Jugendschutz Schweiz hinzugefügt). Die Aussage «Voller Geschmack ohne Alkohol» ist mit Vorsicht zu geniessen. Beide abgebildeten Biere enthalten 0,5Vol.-% Alkohol.

Ein vermeintlich alkoholfreies Bier kann also trotzdem Alkohol enthalten – wenn auch nur in geringen Mengen und teilweise 10-mal weniger als herkömmliches Bier. Damit ist es gerade für Jugendliche ab 16 Jahren und für junge Erwachsene eine gute Alternative. Sei es beim Rekruten auf der Heimfahrt ins Wochenende oder bei der Handwerkerin nach einem stressigen Arbeitstag: Das «Alkoholfreie» ist die bessere Variante.

Es gilt jedoch zu beachten, dass bereits kleine Mengen Alkohol, wie sie im «alkoholfreien» Bier vorkommen, die Wahrnehmung und Reaktion negativ beeinflussen können. Besonders für Fahrzeuglenkende kann dies gefährlich werden – auch beim Velofahren. Darum gilt immer: Wer fährt trinkt nicht!

Auch der Geschmack von «alkoholfreiem» Bier ist nicht unproblematisch und kann zum Eintrittstor für den missbräuchlichen Konsum von Alkohol werden. Er führt gerade auch bei Jugendlichen zu einer Gewöhnung an den Geschmack. Bei ehemaligen Alkoholabhängigen wirkt zudem alles, was an den früheren Konsum erinnert, verführend und kann einen Rückfall bewirken!

Ganz vom Konsum abzuraten ist in der Schwangerschaft. Alkohol gelangt über das Blut der Mutter zum Baby und kann dort irreversible Schäden anrichten, da das Kind den Giftstoff ungenügend abbauen kann. Um auf Nummer Sicher zu gehen, ist auf alkoholhaltige Speisen und Getränke – auch auf «alkoholfreies» Bier – während der Schwangerschaft zu verzichten.

«Alkoholfreies» Bier ist nicht per se gut oder schlecht. Wer konsumiert sollte dies bewusst tun und sich über Inhalt und Wirkung im Klaren sein. Die trügerische Werbung und Deklaration ist dabei keine Hilfe. Trotzdem wäre es toll, häufiger Leute zu beobachten, die an einem Fest oder im Restaurant ein «Alkoholfreies» bestellen. Das zeugt nämlich von Verantwortungsbewusstsein und einem gesunden Umgang mit Alkohol.

1 = Das Eidgenössische Departement des Innern https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20143400/index.html

Darf «Smirnoff Ice» an 16-Jährige verkauft werden?

Diese Frage hören wir immer wieder bei unseren Jugendschutz-Schulungen. Beim Verkaufspersonal sorgt der Verkauf von solchen Mischgetränken für Stirnrunzeln und Unsicherheit. Einerseits erscheinen auf den Flaschen oft bekannte Marken von hochprozentigem Alkohol, doch andererseits liegt der Alkoholgehalt von Alcopops meistens bei rund 4 bis 5 Volumenprozent. Viele Bier-Sorten weisen einen höheren Alkoholgehalt auf.

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Was gilt denn nun?

Die Schweiz hat sich bei der Abgabe und dem Verkauf von Alkohol für eine gesetzliche Unterscheidung zwischen gegorenem (fermentiertem) Alkohol und gebranntem (destilliertem) Alkohol entschieden. Im Lebensmittelgesetz (LMG. Art. 14) ist definiert, dass der Verkauf von Alkohol an unter 16-Jährige verboten ist. Für Spirituosen gilt ein Abgabeverbot an unter 18-Jährige. Dies ist im Bundesgesetz über die gebrannten Wasser (AlkG. Art. 41) geregelt.

Alcopops enthalten gebrannten Alkohol. Deshalb sind Abgabe und Verkauf nur an volljährige Personen gestattet.

Ist das gerechtfertigt? Schliesslich gelangen Jugendliche mit 16 Jahren auf legalem Weg bereits an stärkeren Alkohol?!
Sogenannte Alcopops sind süss im Geschmack und bunt in der Aufmachung. Keine Spur vom brennenden Nachgeschmack des Schnapses. Damit richten sich Alcopops ganz gezielt an jüngere und auch weibliche Zielgruppen. Junge Menschen sollen zum Konsum von starkem Alkohol animiert werden – auch wenn die Konzentration in diesen Produkten nicht so hoch ausfällt. Durch den vielen Zucker, die Farbe und die Kohlensäure vermitteln die Getränke das Image von Party und Spass und sie umgehen ganz gezielt die natürliche Abneigung von Kindern und Jugendlichen gegenüber Alkohol.

Jugendschutz Bern konnte bei Testkäufen beobachten, dass Alcopops häufig in TakeAway-Betrieben angeboten werden. Zum Fastfood noch schnell ein eisgekühltes Alkohol-Mischgetränk – so wird es dem Kunden schmackhaft gemacht. Niemand käme aber auf die Idee, bei brütender Mittagshitze einen 3cl-Shot puren Schnaps zum Döner oder zur Pizza zu kippen! Dies entspricht in etwa derselben Alkoholmenge, die in einem Alcopop enthalten ist.

Diese gezielte Gewöhnung an harten Alkohol ist schwer bedenklich und darf nicht unterschätzt werden. Deshalb ist es absolut richtig und in Ordnung, dass Alcopops in Schweizer Läden nur an über 18-Jährige verkauft werden dürfen. Diesbezüglich bleibt noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, damit die Antwort auf die Titelfrage in den betreffenden Verkaufsstellen bekannt ist.

Der Werbung für Alkohol- und Tabakprodukte auf der Spur

Werbung ist allgegenwärtig: Auf Plakaten und Bildschirmen, in Busen und Zügen, im Internet, selbst ganze Hauswände werden dafür verwendet. Dieser Flut auszuweichen ist beinahe unmöglich. Werbung funktioniert. Um ein Produkt verkaufen zu können, muss man es bewerben. Ohne Werbung wird ein Produkt kaum wahrgenommen.

Deshalb bewerben auch die Alkohol- und die Tabakindustrie ihre potentiell gesundheitsgefährdenden und süchtig machenden Erzeugnisse. Dies ist schwer bedenklich! Zumal diese Werbung auch an Kinder und Jugendliche gelangt oder sogar speziell auf sie zugeschnitten wird. Je früher eine Person Suchtmittel konsumiert, desto grösser ist das Risiko einer Sucht im erwachsenen Alter. Dieser Fakt wird schamlos ausgenutzt. Beispiel Tabak: Mehr als ein Viertel (26.5%)1 der gesamten Schweizer Bevölkerung hat vor dem zwanzigsten Lebensjahr täglich geraucht. Betrachtet man nur die Personen, die täglich rauchen, sind es sogar fast zwei Drittel (65,2%)1 die vor dem zwanzigsten Lebensjahr damit begonnen haben.

Junge Menschen sind eine besonders attraktive Zielgruppe der Tabakindustrie. Macht man sie zu Raucherinnen und Rauchern, kann man ihnen über sehr lange Zeit Zigaretten und andere Tabakwaren verkaufen. Dies ist die traurige Realität.

Werbung für Alkohol und Tabak ist in der Schweiz ein Stück weit reglementiert. Nicht alles ist erlaubt. Jedoch sind die Gesetzesartikel teilweise sehr schwammig und in die Jahre gekommen. Zudem gibt es namentlich beim Tabak kantonale Unterschiede. Eine Übersicht über geltende Regeln liefert unsere ausführliche Informationsbroschüre (s. 13) zum Jugendschutz.

Jede Woche liefert die Coop-Zeitung ausgedehnte Alkoholwerbung in rund 2,5 Millionen3 Schweizer Haushalte. In der aktuellen Ausgabe der Coop-Zeitung4 sind 8x Wein, 1x Prosecco, 1x Bier und 4x Spirituosen abgebildet. Ausserdem sind ein 24-seitiges Weinmagazin und der aktuelle Aktions-Prospekt mit weiteren 16 Alkoholanzeigen beigelegt. Mit Werbung für alkoholische Getränke lässt sich offensichtlich ein lukratives Geschäft ankurbeln. Auch Denner, Lidl, Spar, Aldi und Co. stehen diesbezüglich kaum zurück.

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Bild: Inserat Coop-Zeitung (Ausgabe Nr. 22 vom 29. Mai 2018)

Im Fall von Tabak wird eine einheitliche Regelung zurzeit im Rahmen des neuen Tabakproduktegesetzes diskutiert. Im neusten Entwurf hat man sich jedoch leider von einem wirksamen Verbot für Tabakwerbung distanziert. Das ist sehr schade, stehen doch zahlreiche Menschenleben auf dem Spiel. Die gesundheitlichen Kosten für die Gesellschaft sind enorm, sie betragen allein in der Schweiz jährlich mehr als 5 Milliarden Franken2! Ein kleines Zeichen gegen diesen Missstand kann mit der eidgenössischen Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» (www.kinderohnetabak.ch) gesetzt werden.

Der heutige «Welttag ohne Tabak» bietet eine passende Gelegenheit, die Initiative zu unterschreiben. Danke für Ihre Unterstützung!

Quellen:

  1. CoRolAR – Anteil der Personen, die vor ihrem 15., 18. respektive 20. Geburtstag angefangen haben, täglich zu rauchen, Total und nach Alter (2016)
    http://www.suchtmonitoring.ch/de/1/2-3.html?tabak-inzidenz-beginn-regelmassiger-konsum
  2. BAG (Bundesamt für Gesundheit), Zahlen & Fakten zum Tabak
    https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/service/zahlen-fakten/zahlen-fakten-zu-sucht/zahlen-fakten-zu-tabak.html
  3. Aktuelle Auflage der Coop-Zeitung
    http://www.coopzeitung.ch/Werbung
  4. Coop-Zeitung, Ausgabe Nr. 22 vom 29. Mai 2018
    http://epaper.coopzeitung

«Generell 18» beim Alkoholverkauf?

Alkohol hat in der Schweiz eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz. Dabei geht oft vergessen, dass es sich bei Alkohol um eine psychoaktive Substanz und kein gewöhnliches Konsumgut handelt. Viele Länder reagieren darauf mit strengen Alkoholabgabelimits. Die Schweiz gehört zur Minderheit, die Bier und Wein an unter 18-Jährige verkauft.

Fachleute sprechen in Zusammenhang mit Alkohol auch von der Volksdroge Nr. 1. Ganze 85.8% der Schweizerinnen und Schweizer ab 15 Jahren konsumieren mehr oder weniger häufig Alkohol (1). Isoliert man die Altersgruppe der 15 bis 19-Jährigen, sind es immerhin noch 74.8% (2).

Erstaunlich: In vielen Ländern der Welt, darf dieser Altersgruppe gar kein Alkohol verkauft oder abgeben werden! Von 46 Ländern Europas kennen 34 ein generelles Alkoholabgabelimit von 18 Jahren oder höher. In Übersee schliessen sich dieser Handhabung einflussreiche Länder wie die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, China oder Japan an. Die Schweiz gehört mit Deutschland und Österreich zur Minderheit, welche Bier und Wein bereits an 16-Jährige verkauft.

2018-02-28 Alkoholerwerbsalter in Europa

Welche Auswirkungen hat Alkohol auf Jugendliche und warum sind so viele Länder restriktiver bei der Abgabe als die Schweiz?

  1. Alkohol kann süchtig machen. Das Problematische hierbei: Jugendliche gewöhnen sich schneller an Alkohol als Erwachsene. Je früher Jugendliche anfangen, regelmässig Alkohol zu trinken, desto grösser ist das Risiko, dass sie als Erwachsene abhängig werden (3).
  2. Unter Alkoholeinfluss setzen sich Menschen diversen akuten Risiken aus. Die Verletzungsgefahr und das Risiko von (Verkehrs-)Unfällen steigen. Beim Rauschtrinken ist zudem immer das Potenzial einer Alkoholvergiftung vorhanden. Statistisch gesehen, landen täglich mehr als 30 Personen in Schweizer Spitälern mit einer Alkoholvergiftung als Haupt- oder Nebendiagnose (4). Davon sind rund 2,4 Personen zwischen 10 und 23-jährig (4). Jugendliche sind besonders von akuten Risiken betroffen, weil sie im Allgemeinen über weniger Erfahrung verfügen und Risiken schlechter abschätzen können als Erwachsene (5).
  3. Auch langfristige Folgen sind möglich. Die Gehirnforschung zeigt, dass das menschliche Gehirn erst deutlich nach 20 Jahren vollständig ausgereift ist. Betroffen ist beispielsweise der Präfrontale Cortex, der für die Planung, Entscheidungsfindung und Impulskontrolle zuständig ist.

In diversen Studien wurde ein nachhaltiger, negativer Effekt von Alkohol auf unser Gehirn nachgewiesen. So sind bei Jugendlichen, die bereits Erfahrungen mit übermässigem Alkoholkonsum gemacht haben, gewisse Hirnareale scheinbar weniger gut entwickelt. Dies hat Auswirkungen auf das Erinnerungsvermögen und die Lernfähigkeit einer Person. Gerade bei Jugendlichen, die sich in der Ausbildung befinden, ist dies (selbsterklärend) besonders verheerend (6 & 7).

Schweden, Norwegen und Finnland verfügen über ein generelles Alkoholabgabeverbot bis 18 Jahre. Hochprozentigen Alkohol geben sie sogar erst an 20-Jährige ab. In Schweden kommt dazu, dass alkoholische Getränke mit mehr als 3,5 Volumen-% nur in den staatlich kontrollierten Systembolaget-Geschäften verkauft werden dürfen. Dies ist ein Instrument der staatlichen Alkoholpolitik um den Alkoholkonsum einzudämmen.
Island hat sogar noch strengere Regeln. Dort darf sämtlicher Alkohol erst an Personen über 20 Jahren verkauft werden.

Einiges spricht also für «Generell 18» beim Alkoholverkauf – auch in der Schweiz. Im Kanton Tessin ist dies bereits seit 1989 Realität. Die kantonale Gesetzgebung beinhaltet dort strengere Regeln als auf nationaler Ebene. In anderen Kantonen wurde das Thema ebenfalls bereits diskutiert.
Auch einige grosse Ladenketten haben sich bisher freiwillig für eine solche Handhabung entschieden: Nach Coop, hat auch Migrolino ein Alkohol-Verkaufsverbot an Minderjährige in seinen Tankstellen-Shops eingeführt.

Ein grosses Plus von «Generell 18» ist ganz klar die Vereinfachung und Vereinheitlichung der Alterskontrollen. Service- und Verkaufspersonal müssten nicht länger überlegen, welche alkoholischen Getränke sie an wen verkaufen dürfen. Alle Betroffenen wüssten: Wo Alkohol drin ist, gilt beim Verkauf «Generell 18».
Kommt dazu, dass neben dem Preis und der Werbung einer Ware, auch die Verfügbarkeit darüber entscheidet, wie häufig und wieviel etwas konsumiert wird. Es ist also zu erwarten, dass ein «Generell 18» den Alkoholkonsum von Jugendlichen unter 18 Jahren senken würde.

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Bild: Keystone

Warum nicht auch gleich eine Kultur entwickeln, wo Konsumentinnen und Konsumenten automatisch den Ausweis vorweisen, wenn wir Alkohol kaufen? Es soll nicht länger eine lästige Bürde der Verkaufspersonen sein, nach dem Ausweis zu fragen. Eine solche Holschuld geht schnell vergessen oder ist mit Unannehmlichkeiten verbunden.
Wer beim Anstehen an der Kasse den Ausweis bereithält, trägt nicht nur zu einer schnelleren Abwicklung des Kaufvorgangs, sondern auch zu einer Unterstützung des Verkaufspersonals bei. Letztlich bedeutet dieses Zeichen auch ein Bekenntnis zum Jugendschutz.

Quellen:

  1. Suchtmonitoring Schweiz – http://www.suchtmonitoring.ch/de/2.html?alkohol
  2. Suchtmonitoring Schweiz (2016) – http://www.suchtmonitoring.ch/de/2/1-2.html?alkohol-pravalenz-konsum-haufigkeit-und-abstinenz
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Kampagne «Alkohol? Kenn Dein Limit» – https://www.kenn-dein-limit.info/alkoholabhaengigkeit.html
  4. Medizinische Statistik der Krankenhäuser (2014), Suchtmonitoring Schweiz – http://www.suchtmonitoring.ch/de/2/6-2.html
  5. Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen, Elterninfo-Alkohol – https://www.elterninfo-alkohol.de/was-sie-%C3%BCber-alkohol-wissen-sollten/risiken-und-gefahren/
  6. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Projekt «Drugcom» – https://www.drugcom.de/?id=topthema&sub=152
  7. Western Australia, education campaign «Alcohol.Think Again» – http://alcoholthinkagain.com.au/Parents-Young-People/Alcohol-and-the-Developing-Brain/Impact-of-Alcohol-on-the-developing-brain