Zwei gefüllte Gläser mit Bier, bereit für die Degustation

Jugendschützer veranstalten Bier-Challenge

Für einmal waren wir selbst hinter der Bartheke und schenkten Bier aus. Am diesjährigen Bar+Pubfestival in Oberlangenegg (BE) boten wir eine Bier-Challenge an. Besucherinnen und Besucher konnten versuchen, den Unterschied zwischen alkoholfreiem und herkömmlichem Bier herauszuschmecken.

Was bewegte uns dazu?
Alkoholfreies Bier wird immer populärer und gewinnt damit an Bedeutung. Wir beobachten, dass Bierbrauer neue alkoholfreie Spezialbiere erfinden (z. B. Feldschlösschen Weizenfrisch oder Schützengarten Grapefruit). Der Absatz von alkoholfreiem Bier bei der Feldschlösschen AG hat im Jahr 2017 um 3,2% zugenommen (SRF-Beitrag). Diese Entwicklung passt zum steigenden Gesundheits- und Risikobewusstsein der Gesellschaft. Feldschlösschen selbst meint dazu: «Der Trend zum gesunden und aktiven Lebensstil wirkt sich positiv aus». So wird das alkoholfreie Bier zu einer echten Alternative und kann dabei helfen, den Alkoholkonsum zu senken.

Leider haben jedoch viele Konsumentinnen und Konsumenten grosse Vorbehalte. Häufig wird das alkoholfreie Bier abgestempelt als «kein richtiges Bier» und als grösstes Manko wird meist der Geschmack genannt. Am Sportanlass oder beim Festbetrieb wird deshalb immer noch relativ selten ein Alkoholfreies bestellt. Wir haben deshalb nach Möglichkeiten gesucht, wie wir dem entgegenwirken können und dabei entstand die Idee einer Bier-Challenge.

So funktionierte unsere Bier-Challenge
Bei unserer Bier-Challenge erhalten die Teilnehmenden zwei durchsichtige Degustationsbecher. Einer ist gefüllt mit alkoholfreiem, der andere mit herkömmlichem Bier. Die Aufgabe besteht nun darin, herauszufinden, welches Bier in welchem Becher ist. Durchgeführt haben wir die Challenge am letzten Abend des diesjährigen Bar+Pubfestival in Oberlangenegg (31. August 2019). Diese Veranstaltung wird bereits seit Jahren vom örtlichen Eishockey-Verein (EHC Oberlangenegg) organisiert und lockt immer wieder zahlreiche ausgeh- und konsumfreudige Besucherinnen und Besucher an. Als Fachstelle für Suchtprävention sind wir in Oberlangenegg jeweils mit «be my angel tonight» vertreten – einem Präventionsangebot für Fahrzeuglenkende. An dieses Konzept konnten wir mit unserer Bier-Challenge anknüpfen.

Zwei Bierflaschen und zwei gefüllte Gläser, bereit zur Degustation

Fazit
Das Bar+Pubfestival war an diesem Abend sehr gut besucht. Die laute Musik und das begrenzte Platzangebot machten es jedoch etwas schwierig, an die Leute zu gelangen. Insgesamt konnten wir 30 Personen für die Challenge begeistern. Im Schnitt waren die Teilnehmenden etwas über 21 Jahre alt. 25 Leuten gelang es, die Biere richtig zuzuordnen. Die restlichen 5 tippten falsch. Etwas mehr als ein Viertel gab an, dass sie alkoholfreies Bier mehr mögen als das herkömmliche.

Die erste Durchführung unserer Bier-Challenge war ein guter Testlauf, auch wenn wir noch nicht die grosse Masse erreichen konnten. Durch solche Aktionen entstehen immer wieder gute Gespräche und man spürt den Puls der Zeit. Wir planen, das Angebot zukünftig weiterzuentwickeln und in neuen Formen anzubieten. Auch weiterhin möchten wir uns für alkoholfreies Bier als gute Alternative einsetzen.

Angestossen wird mit der Person und nicht mit dem Getränk!

Vor den zahlreichen Geschäftsessen, Weihnachtsfesten und Silvesterpartys ist es hilfreich und sinnvoll, sich diese moderne Kniggeregel vor Augen zu führen.

Wer mit Mineralwasser, Orangensaft oder Cola anstossen will, braucht sich von Sekttrinkenden nicht zurückweisen zu lassen. Ein Zuprosten mit alkoholfreien Getränken ist kein Stilbruch mehr! Alkoholfreie Getränke gelten heute als gleichberechtigt, damit niemand ausgeschlossen werden muss, nur weil er oder sie keinen Alkohol trinkt.

Betriebe stehen in der Verantwortung, insbesondere gegenüber ihren Lernenden und den Fahrzeuglenkenden. Kein Betrieb möchte provozieren, dass seine Angestellten nach dem Weihnachtsessen auf dem Nachhauseweg infolge Trunkenheit verunfallen oder Lernende mit einer Alkoholvergiftung hospitalisiert werden müssen. Es ist deshalb empfehlenswert, sich schon vor dem Anlass Gedanken über den Alkoholkonsum zu machen und dementsprechend Massnahmen zu ergreifen.

Unser Weihnachtswunsch für die bevorstehenden Betriebsfeiern lautet:

  • Sorgen Sie dafür, dass auch nichtalkoholische Getränke in einem schönen Glas mit Stiel serviert werden. Sie zeigen auf diese Weise Wertschätzung Schwangeren, Fahrzeuglenkenden und Lernenden gegenüber
  • Offerieren Sie ein attraktives und breites alkoholfreies Angebot an Getränken. Als interessante Alternative bieten sich alkoholfreie Cocktails an. Rezepte finden Sie unter www.bluecocktailbar.ch
  • Klären Sie die Belegschaft über die Jugendschutzbestimmungen auf. Das heisst: keinen Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren und keine Spirituosen an Minderjährige
  • Seien Sie sich als Vorgesetzte ihrer Vorbildfunktion bewusst und konsumieren Sie alkoholische Getränke genussvoll und mit Mass
  • Klären Sie schon im Voraus mit dem Servicepersonal ab, dass an offensichtlich betrunkene Personen kein weiterer Alkohol mehr ausgeschenkt wird.

Es gelten folgende gesetzlichen Bestimmungen:

Gastgewerbegesetz (GGG) Art. 29 Alkoholabgabeverbot
1 Verboten sind die Abgabe und der Verkauf
a alkoholischer Getränke an Jugendliche unter 16 Jahren sowie an volksschulpflichtige Schülerinnen und Schüler,
b gebrannter alkoholischer Getränke an Jugendliche unter 18 Jahren,
c alkoholischer Getränke an Betrunkene und
d alkoholischer Getränke mittels Automaten, die öffentlich zugänglich sind.